Home

Der Poesie Baum im Kurpark Schliersee

Am Freitag, den 25. Juni 2021 war Schliersee liest mit dem Kronacher HAIKU-Autor Ingo Cesaro in der Grundschule Schliersee zu Gast*. Einen ganzen Vormittag lang lernten 19 aufmerksame und motivierte Dritt- und Viertklässler die Kunst des HAIKU-Schreibens und durften sich zur Belohnung auch noch mit Satz und Druck der gefunden Gedichte beschäftigen.

HAIKU ist eine traditionelle japanische Gedichtform, die heute weltweit verbreitet ist. Seit der Edo-Periode im 16. Jahrhundert gehört das HAIKU zur japanischen Kultur: Wenn man Gast ist bedankt man sich mit einem HAIKU, es gibt zahlreiche Lesungen, Familien beschäftigen sich mit HAIKUs, Zeitungen drucken sie täglich.

In drei Zeilen mit insgesamt 17 Silben und im Silbenrhythmus

1. Zeile 5 Silben, 2. Zeile 7 Silben, 3. Zeile wiederum 5 Silben

wird die Welt eingefangen in einem Atemzug.

HAIKUs entziehen sich der westlichen Deutung, der Interpretation oder der Literaturanalyse. Sie sollen einen Gedanken oder ein Gefühl transportieren, den Lesenden inspirieren und so ist es durchaus erwünscht, den ersten zwei Zeilen eines HAIKUs selbst eine dritte Zeile hinzuzufügen und somit der eigenen Empfindung Ausdruck zu verleihen. HAIKUs sind so auch eine Einladung zur Wiederfindung der Langsamkeit, der Stille, Besinnung und Nachdenklichkeit. Nicht selbstverständlich für quirlige 9- bis 11-jährige, die sich alle vorbildlich beteiligten. Ganz besondere Freude machte da natürlich der Satz der HAIKUs im Bleisatz, ganz klassisch mit Bleilettern, den notwendigen Wort- und Zeilenabständen und das, wie Ingo Cesaro anerkennend anmerkte, ohne jeglichen Setzfehler.

Die Ergebnisse sind den Blättern eines Baumes vergleichbar im Schlierseer HAIKU-Baum im Kurpark der Marktgemeinde zu bewundern und können während der Sommermonate als kleine literarische Inspiration besichtigt werden.

*Die Lesung wird veranstaltet von Schliersee liest e.V. in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei St. Quirinus in Tegernsee und wird gefördert im Rahmen von „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e.V.




Grußworte zum Start von „Schliersee Liest“.

Liebe Schlierseerinnen und Schlierseer, liebe am Lesen Interessierte aus unserem Landkreis, liebe Kinder und Jugendliche, ich begrüße Sie sehr herzlich zu unserer Veranstaltungsreihe „Schliersee liest“.

Es ist mir und dem
ganzen Team vom „Schliersee liest e.V.“ eine Freude, Sie zu einem
Kaleidoskop an inspirierenden Veranstaltungen rund um das Thema Lesen
einzuladen. Wir beleuchten für Sie das Lesen aus unterschiedlichen
Blickwinkeln. Vom klassischen Zuhören bei Autorenlesungen über das
Mitmachen an Schreibwerkstätten bis hin zum Dialog von Literatur und
Musik spannt sich der Bogen.

Die vielen Grußworte
zeigen die Bedeutung, die dem Lesen zugemessen wird, wenn es um eine
kompetente Bewältigung der alltäglichen und zukünftigen
Herausforderungen geht. Lesen kann und soll aber auch einfach Freude
machen, das Leben bereichern. So haben wir Kinder und Jugendliche zum
Maibaumlesen eingeladen und versuchen, Sie dafür zu begeistern, sich
wieder mehr dem Buch, der gedruckten Seite und der Phantasie
zuzuwenden, die das Lesen in uns wecken kann.

Im Namen des ganzen
Vereins „Schliersee liest e.V.“ wünsche ich Ihnen und uns viel
Freude in unseren Veranstaltungen.

Christoph Seidenfus

Dr. Dirk Ippen,
Verleger Münchner Merkur und TZ

Wer etwas organisiert wie „Schliersee liest“ setzt sich ganz bewusst für das „alte“ Medium Buch ein und liegt damit im Trend. Denn es gibt weltweit eine Rückbesinnung auf das Glück, ein Buch in der Hand zu halten. Das ist nicht verwunderlich. Überall sind wir doch heute von Bildschirmen umgeben, in der Arbeit sowieso aber auch auf dem Weg dorthin und zurück – von bewegten Werbetafeln im Straßenbild bis in die Schächte der Münchner U-Bahnen. Und abends, zu hause flimmert das Fernsehen. Da steigt der Wunsch, endlich mal wieder etwas zu lesen, frei zu werden von den ewigen Bildschirmen.

Beim Fernsehen, in Filmen und auf allen Bildschirmen
übernehmen wir eins zu eins das, was der Veranstalter sich vorgestellt
hat. Eigene Phantasie ist nicht gefragt. Ganz anders beim Lesen. Da
müssen wir uns im Kopf erst noch vorstellen, wie die Personen aussehen,
von denen unser Buch handelt, wie die Situationen sind, in denen sich
die Figuren bewegen. Lesen ist daher viel anspruchsvoller und zugleich
individueller. Jeder macht sich sein Bild. Lesen „bildet“ daher im
wahrsten Sinne des Wortes.

Deshalb unterstütze ich „Schliersee liest“: Es
bildet, es macht Freude und es bringt uns mit Menschen zusammen im
Gespräch über das Gelesene, vom dem jeder seine eigenen Vorstellungen
entwickeln konnte.

Ein neuer Verein wurde in Schliersee gegründet. Ein Verein, der das Lesen in den Mittelpunkt stellt. Lesen ist zweifelsfrei eine der wichtigsten Errungenschaften unserer Kultur. Mit dem Lesen erschließen sich uns andere Welten und auch andere Wissensfelder.

Um das Lesen nachhaltig zu fördern hat „Schliersee liest“ mehrere Formate, Veranstaltungen und Aktionen geplant. Gestartet wird mit dem „Maibaumlesen“ bei dem Kinder und Jugendliche zum Lesen motiviert werden. Mir persönlich gefällt die Aktion, bei der Schülerinnen und Schüler unseren Senioren vorlesen, ganz besonders gut. Hier wird nicht nur Lesekompetenz gefördert sondern auch das soziale Miteinander gelebt.

Ich möchte mich bei allen Initiatoren für das große Engagement und bei allen Helfern und Unterstützern für den Einsatz bedanken und wünsche dem Verein „Schliersee liest“ viel Erfolg und zahlreiche Unterstützer.

Herzlich Ihr Franz Schnitzenbaumer, Erster Bürgermeister

Franz Schnitzenbaumer
Bürgermeister von Schliersee

Grußwort von Michael Piazolo, Kultusminister

Auch und gerade im digitalen Zeitalter ist die Lesekompetenz Schlüssel für schulischen und beruflichen Erfolg sowie für gesellschaftliche Teilhabe. Das Lesen zu fördern, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Die Initiative „Schliersee liest“ bringt Akteure der Leseförderung aus Schulen, Bibliotheken und Buchhandlungen mit Menschen aller Altersgruppen im Raum Schliersee und darüber hinaus zusammen und bereichert das kulturelle Leben in der Region. Über Ihr beeindruckendes gesellschaftliches Engagement freue ich mich als Kultusminister sehr, danke allen Beteiligten ganz herzlich und wünsche gutes Gelingen!

Liebe Schlierseer Bürgerinnen und Bürger,
sehr verehrte Besucher von „Schliersee liest“,

„Die Feder ist mächtiger als das Schwert“ ist ein bekanntes Sprichwort. Damit ist gemeint, dass das geschriebene Wort in der Lage ist, große Dinge zu bewegen. Mit gut gewählten Worten können ganze Welten erschaffen werden und durch das Lesen wird der Mensch zum Entdecker. Lesen kann den Geist erfrischen und die Seele berühren, aber auch fordern und bilden.

In diesem Jahr findet mit „Schliersee liest“ nun zum ersten Mal eine großartige Veranstaltung rund um das Thema Bücher und Lesen statt. Bei dem zweiwöchigen Programm gibt es viel Spannendes und auch Neues zu erfahren und auszuprobieren. Es wird eine Veranstaltung sein, die alle mitnimmt und für jeden etwas bietet. Lassen Sie sich ruhig auf dieses großartige Konzept ein. Ich bin mir sicher, es lohnt sich.

Ich wünsche allen Lesefreundinnen und Lesefreunden und denen, die es sicher hier noch werden wunderbare Tage mit interessanten Erfahrungen und neuen Horizonten.

Ihre Ilse Aigner

Ilse Aigner, MdL
Stimmkreisabgeordnete
Präsidentin des Bayerischen Landtags

X